Loveparade in Duisburg: Ein friedliches Technofest wurde zur Katastrophe – Loveparade wird nie wieder stattfinden
25. Juli 2010 von tommyknockers
Seit Samstag, den 24.07.2010 um 17:00 Uhr ist die Raver-Welt nicht mehr die, die sie vorher war. Bei der Loveparade 2010 in Duisburg kam es zu einer Massenpanik mit aktuell 19 Todesopfern und über 340 Verletzten – zum Teil sogar Schwerverletzte. Doch wie konnte es dazu überhaupt kommen? Das ist die Frage, die sich alle stellen.
Man kann beinahe das Gefühl bekommen, dass die Veranstalter versuchen jede Mitschuld weit von sich zu weisen. In ihren Augen wurde alles notwendige getan, um die Veranstaltung so sicher wie möglich zu machen. Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob das Gelände nicht von vorne herein viel zu klein für so eine Veranstaltung war.
Das Gelände am ehemaligen Güterbahnhof hat laut einigen Zeitungsberichten ein Fassungsvermögen von maximal 500.000 Besucher. Zur Loveparade kamen aber 1,4 Millionen (!) Menschen. Da muss man die Veranstalter fragen, ob sie nicht mit so einem Zustrom an Besuchermassen gerechnet haben.
Die letzten Loveparades im Ruhrgebiet haben doch gezeigt, dass immer mehr als 1 Million Besucher zu diesem Technoevent gekommen sind. Die Stadt Bochum hat die Loveparade im Jahr 2009 abgesagt, weil sie keinen geeigneten Platz gefunden hat.
Duisburg sah dieses Problem aber scheinbar nicht. Dort sollte das größte Technoevent der Welt auf einem eingezäunten Gelände stattfinden zu dem es nur einen einzigen Eingang gab. Den Zugang zum Gelände konnte man durch den Tunnel, in dem die Katastrophe stattfand, gelangen.
Einige sahen im Vorfeld schon die Katastrophe kommen. Es gab keine richtigen Ausweichmöglichkeiten. Seien wir doch einmal ganz ehrlich: Die meisten Menschen, die angereist waren, wollten auch unbedingt auf das Gelände der Loveparade gelangen. Dadurch musste es unweigerlich zu einem Stau im Tunnel kommen.
Wieso sich jetzt allerdings Mitglieder des Krisenstabes der Stadt Duisburg hinstellen und den Ravern mehr oder weniger die Schuld an dem Unglück geben, ist mir schleierhaft. Viele, die aus dieser Gegend stammen und das Gelände am Hauptbahnhof kennen, hatten im Vorfeld massive Sicherheitsbedenken geäußert. Nur die Veranstalter und die Verantwortlichen der Stadt schienen diese nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen.
Die Loveparade war als Werbung für die Stadt Duisburg gedacht und erreicht genau das Gegenteil. Die Stadt Duisburg ist dieser Megaveranstaltung aber scheinbar nicht gewachsen gewesen. Vielleicht hätten sich die Veranstalter ein Beispiel an Bochum nehmen sollen und die Loveparade einfach absagen sollen.
Das war wohl die letzte Love Parade, die es jemals gegeben hat. Mein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl gilt aber den Todesopfern, ihren Familien und Freunden und allen Verletzten.
Laut Rainer Schaller, Organisator der Loveparade, wird es keine weitere Loveparade mehr geben . Die dramatischen Ereignisse vom 24.07.2010 bedeuten das Ende der Loveparade. Bei der Pressekonferenz zu dem tragischen Ereignis wirkten die Beteiligten auf mich stellenweise ignorant. Irgendwie schienen sie doch sehr unbeteiligt und wiesen jeglich Schuld von sich. Ob sie es sich damit nicht zu leicht machen?
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